Im Gegensatz zu westlichen Ländern finden sich zu China noch verhältnismäßig wenig Studien zur Prävalenz der Legasthenie. Zhao Sun und Kollegen haben nun eine sehr große Studie über die Häufigkeit der Legasthenie bei Schülern durchgeführt. Untersucht wurden Schüler von 9 Grundschulen aus fünf Distrikten der Stadt Qianjiang, die mit knapp über 1 Millionen Einwohner als mittelgroße Stadt in China gilt. Insgesamt konnten die Daten von 5536 Schülern der dritten bis sechsten Klasse erhoben werden.
Journal für Legasthenietherapie: Zwei-Wege-Modell und schulische Karrierevorstellungen bei Legasthenie
In der aktuellen Ausgabe des Journals für Legasthenietherapie werden die Ergebnisse einer klassischen Studie zum Zwei-Wege-Modell des Lesens kurz skizziert. Wissenschaftler untersuchten, ob Schüler mit Legasthenie Buchstabe für Buchstabe lasen oder Wörter auf einen Blick erfassten
Frühgeborene haben kein erhöhtes Risiko für eine spezifische Rechenstörung
Zu früh geborene Kinder leiden nicht häufiger an einer Rechenstörung als Kinder, die nach regulärer Schwangerschaftsdauer zur Welt gekommen sind. Das ergaben Analysen der Bochumer Entwicklungspsychologin Dr. Julia Jäkel und ihrer Kollegen – im Gegensatz zu vorangegangenen wissenschaftlichen Untersuchungen. Anders als frühere Studien bezogen die Forscher den IQ der Kinder in ihre Berechnungen mit ein.
Neuropsychologie von Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
Die Neuropsychologie ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Psychologie und der Neurowissenschaften, das sich mit den Auswirkungen von Prozessen des zentralen Nervensystems auf das Verhalten beschäftigt. Im Bereich der Ätiologie der Lese-Rechtschreibstörung bedeutet dies in erster Linie Auffälligkeiten neuronaler Funktionen bei Personen mit Problemen im Lesen zu finden, um so die Ursachen der Problematik besser verstehen zu können. Wenn dann ein Buch zu dieser Thematik erscheint, ist das Interesse natürlich groß, denn Publikationen, die versuchen, dieses Wissen um dysfunktionale Prozesse im Gehirn bei Leseproblemen verständlich aufzubereiten, sind selten.
Neue Homepage des BVL

Sie war optisch schon ziemlich in die Jahre gekommen, die Webseite des BVL und entsprach so nicht der Bedeutung, die der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V. in Deutschland aufweist. So war es mehr als überfällig, dass die Homepage des Verbandes ein Facelift erhielt.
RIAS – neuer zeitökonomischer Intelligenztest
Mit dem RIAS gibt es einen neuen Intelligenztest, der für Kinder und Erwachsene normiert ist. Dabei reichen die Normen von 3 bis 99 Jahren. Ein weiteres Kennzeichen des Tests ist die kurze Durchführungsdauer, die mit 20 bis 25 Minutenangegeben ist. Weiterhin gehört zu dem Test auch noch ein entsprechendes Screeningverfahren, dessen Durchführung nur 10 bis 13 Minuten beansprucht.
ADHS – neue Kriterien im DSM-5

Tobias Banaschewski und Manfred Döpfner haben in der „Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie“ einen Beitrag über die Änderungen der Diagnosekriterien bei ADHS im DSM-5 verfasst.
So wird ADHS jetzt der Kategorie “Neurodevelopmental Disorders” zugeordnet, in der sich auch der Autismus und die Lese-Rechtschreibstörung befinden. Weiterhin wurden die Beispiele der 18 Symptombeschreibungen weiter ausgeführt. So werden jetzt auch Verhaltensbeispiele von Jugendlichen und Erwachsenen genannt und nicht nur von Kindern.
Nachteilsausgleich bei Ausbildungsprüfungen und Studieren ohne Abitur
Anfang Juli fand in Nürnberg eine Fachtagung zum Thema Legasthenie in der Berufsausbildung statt, die vom Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. Bayern organisiert wurde. Allgemein bekannt ist, dass die Umsetzung des Nachteilsausgleichs für den Schulbereich durch die spezifischen Erlasse der Kultusministerien der Länder geregelt wird. Informationen über die Realisierung des Nachteilsausgleichs in der Berufsausbildung finden sich deutlich seltener.
Lehrgang Textaufgaben in der zweiten, überarbeiteten Auflage
Der Lehrgang Textaufgaben von dem Dipl.-Psych. Rainer Mohr ist seit Kurzem in der zweiten, überarbeiteten Auflage verfügbar. Er richtet sich an Kinder mit Dyskalkulie und kann im Rahmen einer ambulanten Lerntherapie bearbeitet werden.
Geringere Gehirnaktivität bei der visuellen Verarbeitung von Wörtern
Im linken Gyrus fusiformis, gibt es einen Bereich, der für die visuelle Verarbeitung von gelesenen Wörtern zuständig ist und in der englischen Fachliteratur als visual word form area, kurz VWFA, bezeichnet wird. Die Aktivität in der VWFA zeigt sich im EEG in einer erhöhten Aktivität der N170 Komponente zwischen 150 ms und 250 ms. Dabei scheint die N170 Amplitude spezifisch auf die Verarbeitung von Wörtern bezogen zu sein. In Studien war der Ausschlag im EEG bei guten Lesern bei Wörtern höher, als bei der Präsentation von Symbolen.