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5. Studie über Effektivität des Marburger Konzentrationstrainings

Das Marburger Konzentrationstraining ist ein kompaktes Gruppentrainingsprogramm für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen und beinhaltet sechs Trainingseinheiten sowie ein Elterntraining, das parallel stattfindet. Ein wesentliches Therapieziel ist, dass die Schüler die Methode der verbalen Selbstinstruktion erlernen, um so eine erhöhte Selbstkontrolle zu erreichen.

Die Münchner Psychologinnen Andrea Hahnefeld und Ursula Heuschen haben die Effektivität des Marburger Konzentrationstrainings bei 125 Grundschulkindern mit Aufmerksamkeitsproblemen im Alter von 6-11 Jahren untersucht. Von den 125 Schülern wiesen 25 Prozent eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung auf, 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen erhielten die Verdachtsdiagnose ADHS.

Die Therapien fanden in altershomogenen Gruppen mit bis zu neun Kindern statt. Das Elternprogramm realisierten Hahnefeld und Heuschen in Form von zwei Elternabenden.

Die Effektivität des Programms wurde durch den Fremdbeurteilungsbogen für hyperkinetische Störungen (FBB-HKS) von Döpfner und Lehmkuhl und einen von den Autorinnen selber konstruierten Evaluationsbogen erhoben. Insgesamt wurden drei Messzeitpunkte realisiert: zu Beginn des Trainings, am Ende des Trainings und zu einem Follow-Up-Zeitpunkt, drei Monate nach Beendigung der Maßnahme. Die Rücklaufquote der Fragebögen zum zweiten Messzeitpunkt betrug 79 Prozent, zum dritten Messzeitupunkt 31 Prozent.

Hahnefeld und Heuschen berichten im Vorher-Nacher-Vergleich von einer signifikanten Symptomreduktion bezüglich der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, die auch bei der Follow-up-Untersuchung noch stabil blieb. Im Evaluationsbogen gaben 76 Prozent der Eltern drei Monate nach Ende des Trainings an, dass ihre Kinder nun besser mit Hausaufgabensituation zurechtkamen, 69 Prozent der Eltern fühlten sich im Rahmen der Hausaufgabensituation ?weniger gestresst?.

Hahnefeld und Heuschen legen eine wichtige klinische Studie über das weit verbreitete Marburger Konzentrationstraining vor. Anzumerken ist die geringe Rücklaufquote von 30  Prozent zum dritten Messzeitpunkt, die zu Selbstselektionsprozessen führen kann. Insgesamt scheint aber das Marburger Konzentrationstraining klinische Relevanz bei Kindern mit ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen zu besitzen.

Quelle:
Hahnefeld, H. & Heuschen, U. (2009). Versorgungsstudie zum Marburger Konzentrationstraining bei Grundschulkindern mit Symptomen einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung. Kindheit und Entwicklung, 18, 30-38.

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(03.04.2009 RM)

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