Fachbuch für Dyskalkulie

Von Karin Landerl, Liane Kaufmann und Stephan Vogel ist die dritte aktualisierte Fassung des Buchs “Dyskalkulie: Modelle, Diagnostik und Intervention” erschienen. Während es im Bereich Legasthenie mehrere Bücher gibt, die für Fachleute das Thema Legasthenie kompetent aufbereiten, finden sich für den Bereich Rechenschwäche deutlich weniger Titel.

Das 256 Seiten starke Buch ist bei UTB erschienen und beschreibt nach dem ungestörten Erwerb des Rechnens und mathematischen Denkens u.a. die neurokognitiven Defizite der Dyskalkulie. Dabei finden sich zahlreiche Ergebnisse von Studien aus diesem Bereich. Im Rahmen der Diagnostik werden aktuelle Testverfahren beschrieben. Auch der Bereich der Therapie wird ausführlich behandelt. Das Inhaltsverzeichnis findet sich unter dem angegebenen Link.

Inhaltsverzeichnis

Dyskalkulie: Neue Leitlinien zur Diagnostik und Therapie

Mitte März sind die S3 Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung erschienen. Einen großen Anteil an der Entwicklung hat die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V., die in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften, die Leitlinien erstellt haben. Koordiniert wurde die Erstellung von Steffan Haberstroh und Gerd Schulte-Körne aus München. Die Leitlinien sollen eine Handlungsanweisung für die Diagnostik und Therapie der Dyskalkulie sein. Sie richtet sich an Therapeuten und Diagnostiker im Bereich der schulischen Entwicklungsstörungen.

Bei der Diagnostik empfehlen die Leitlinien, dass im Rechentest höchstens ein Wert von PR 16 (T-Wert 40) vorliegen sollte, was einer Standardabweichung von 1 entspricht. Gleichzeitig müssen klinische Kriterien der Dyskalkulie erfüllt sein. Liegt der Testwert bei PR 7 (T-Wert 35) oder kleiner, kann man auch von einer Rechenstörung ausgehen, wenn die klinischen Kriterien weniger ausgeprägt sind. Die Anwendung des Diskrepanzkriteriums zwischen Rechentest und Intelligenztest wird nicht empfohlen. Es ist also kein Unterschied der T-Werte (z.B. in Höhe von 10) zwischen IQ-Wert und Rechentestwert mehr notwendig.

Für die Anwendung eines Tests kann die Alters- oder Klassennorm verwendet werden. Die Autoren der Leitlinien haben auch eine Liste der von empfehlenswerten Verfahren erstellt, die wenn möglich verwendet werden sollten. Hierunterfallen beispielsweise der CODY-M 2-4, die DEMAT-Tests und der HRT 1-4. Keine Empfehlung erhält der RZD 2-6 für die zweite und dritte Klasse.

Eine Förderung sollte in Einzelsitzungen durchgeführt werden. Zu den empfohlenen Trainingsprogrammen gehört das Dortmunder Zahlbegriffstraining und die Rechenspiele mit ELFE und Mathis 1. Die vollständigen Leitlinien sind unter folgendem Link erhältlich.

Leitlinien Dyskalkulie

 

Sehr interessante Vortragsreihe: Schulverweigerung, Mediation in der Schule und Aufmerksamkeitsstörung

Am 27. September 2017 veranstaltet der Verband 4Kids2Get in den Räumlichkeiten der VHS in Emden eine kleine Vortragsreihe zu recht interessanten Themen. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr und endet um 18:00 Uhr. Insgesamt vier Vorträge stehen auf dem Programm.

Dr. Lars Tischler wird auf die Funktion der Aufmerksamkeit eingehen und im Anschluss über die Merkmale einer Aufmerksamkeitsstörung referieren. Danach wird Alexandra Giese-Hanuschke über Bestandteile einer erfolgreichen Mediation bei Konflikten in der Schule berichten. Prof. Dr. Peter Knösel wird im Anschluss über den Paragraphen 35a der Jugendhilfe und des Sozialrechts bei Lernstörungen informieren und Prof. Dr. Marc Schipper berichtet über therapeutische Ansätze bei Schulverweigerung. Insgesamt eine interessante Vortragsreihe mit wichtigen Themen, auf die ein Lerntherapeut immer wieder trifft. Hochkarätige Besetzung der Referenten. Weitere Informationen unter der genannten URL.

http://4kids2get.de/aktuelles/

Neue Übungen zum e/ä und eu/äu

Bei den Onlineübungen für Abonnenten des Journals für Legasthenietherapie wurde ein neues Übungsmodul veröffentlicht. Es handelt sich dabei um 11 Übungslisten mit je 18 Wörtern. Der Schüler hat hier die Aufgabe sich jeweils zu überlegen, ob in die Buchstabenlücke ein e oder ä (bzw. eu oder äu) hineinkommt. Die Fehler werden jeweils registriert und die entsprechenden Wörter können am Ende in einer Liste abgerufen werden, um diese beispielsweise mit einer Lernkartei weiter zu üben.

 

Die Übungslisten teilen sich wie folgt auf: Bei vier Listen kommt jeweils ein ä, wenn das Wort abgeleitet werden kann (z.B. Bäcker -> kommt von Backen), ansonsten kommt ein e. Bei weiteren zwei Übungslisten kommen Wörter mit ä vor, die nicht abgeleitet werden können (z.B. Säge). Weiterhin gibt es zwei weitere Listen, wo der Schüler entweder ein eu oder äu einsetzen muss. Eine kleine Besonderheit sind die drei Mixlisten, wo alle drei Übungsarten durcheinander abgefragt werden. Sie eignen sich also für den etwas fortgeschrittenen Schüler, der einen etwas ansteigenden Schweregrad benötigt. Weitere Fehlerbereiche mit dem selben Vorgehen finden sich für die Bereiche d/t g/k b/p, i oder ie, Dehnungs-h, k oder ck, z oder tz sowie für den Bereich s/ss/ß. Insgesamt stehen aktuell 44 Übungslisten für die genannten Fehlerbereiche zur Verfügung.

 

 

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Journal: Einschränkungen im statistischen Lernen bei Legasthenie

journal-03In sehr vielen Studien werden bei der Suche nach den ätiologischen Ursachen der Legasthenie phonologische Teilfertigkeiten näher betrachtet, wie zum Beispiel die phonologische Bewusstheit. Da es jedoch auch einen Anteil von Schülern mit Legasthenie gibt, die keine Probleme in diesem Bereich aufweisen, machten sich Wissenschaftler auf die Suche nach anderen, grundlegenderen kognitiven Prozessen, die gestört sein könnten.

So stieß man beispielsweise bei Kindern mit Legasthenie auf die verschiedensten Auffälligkeiten bei Lernprozessen. Dies ermutigte Forscher dazu, die Hypothese aufzustellen, dass Kinder mit LRS im allgemeinen Probleme haben, sich neues Wissen anzueignen, so z.B. beim Erlernen der Laut-Buchstaben-Repräsentationen. „Journal: Einschränkungen im statistischen Lernen bei Legasthenie“ weiterlesen

Bei der Nichtbewertung der Rechtschreibung ist ein Hinweis im Zeugnis erlaubt

zeugnis-legasthenieerlassDas Bundesverwaltungsgericht hat am 29.07.2015 entschieden, dass es nicht erlaubt ist, im Abschlusszeugnis auf eine Legasthenie hinzuweisen. Jedoch darf im Zeugnis vermerkt werden, dass die Rechtschreibung nicht bewertet wurde. Aufgrund dieses Hinweises ist natürlich für den Betrachter
offensichtlich, dass eine Legasthenie vorliegen muss. Von daher muss die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts für diejenigen, die gehofft hatten, ein Zeugnis ohne besonderen Vermerk zu erhalten, als Niederlage aufgefasst werden. „Bei der Nichtbewertung der Rechtschreibung ist ein Hinweis im Zeugnis erlaubt“ weiterlesen

Legasthenievermerk im Zeugnis? Bundesverwaltungsgericht entscheidet am 29 Juli

Zwei Abiturienten aus dem Großraum München mit Legasthenie nahmen während ihrer Schulzeit den in Bayern gewährten Nachteilsausgleich in Anspruch. Dies hat zur Folge, dass u.a. die Rechtschreibung nicht gewertet wird. Im Abschlusszeugnis wird der gewährte Nachteilsausgleich wie folgt vermerkt: „Aufgrund einer fachärztlich festgestellten Legasthenie wurde dem Schüler der Nachteilsausgleich „Legasthenievermerk im Zeugnis? Bundesverwaltungsgericht entscheidet am 29 Juli“ weiterlesen