Rechentest

1. Rechentests für die Dyskalkuliediagnostik

In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl brauchbarer Rechentests für die Dyskalkuliediagnostik deutlich verbessert. Ein Einschnitt auf dem Diagnostikmarkt war sicherlich das Erscheinen des ZAREKI, des ersten Tests mit dem Ziel, spezifische Aussagen über das Vorhandensein einer Dyskalkulie zu treffen. In den folgenden Jahren erschienen dann der HRT und die Tests der DEMAT-Reihe, die aktuelle Normen zur Verfügung stellen.

Ein Rechentest wird durchgeführt, um eine quantitative Aussage über Rechenleistungen treffen zu können, die unabhängig von Schulnoten im Bereich Mathematik sind. Für die Diagnose Dyskalkulie (bzw. Rechenstörung) sollte ein T-Wert-Unterschied von mindestens 10 zwischen Rechentest und Intelligenztest vorhanden sein.
In der Folge werden nun einige Verfahren vorgestellt, die häufig zur Diagnostik und Verlaufsdiagnostik bei Dyskalkulie eingesetzt werden.

2. Rechentests für Grundschüler

2. 1 Heidelberger Rechentest (HRT 1-4)

  • Aktuelle Auflage: 1. Auflage aus dem Jahr 2005
  • Zielgruppe: ab Ende der ersten Klasse bis Anfang der fünften Klasse

Der HRT 1-4 wurde von Haffner, Baro, Parzer und Resch entwickelt und dient zur Erfassung der mathematischen Grundlagenkenntnisse. Er umfasst insgesamt 11 Untertests: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division, Ergänzungsaufgaben, Größer-Kleiner-Vergleiche, Zahlenreihen, Längenschätzen, Würfelzählen, Mengenzählen, und Zahlenverbinden. Der HRT 1-4 hat sich als Testinstrument in der Eingangs- wie auch in der Verlaufsdiagnostik sehr bewährt.

2. 2 ZAREKI-R

  • Aktuelle Auflage: 2. Auflage aus dem Jahr 2006
  • Zielgruppe: Kinder der ersten bis vierten Klasse

Der ZAREKI-R von Weinhold, Horn und von Aster besteht aus insgesamt 12 Untertests: u.a. zwei Zählaufgaben, Zahlen schreiben, lesen und nachsprechen, Anordnen von Zahlen auf einem Zahlenstrahl, Textaufgaben und kognitive Mengenbeurteilung.

2. 3 Deutscher Mathematiktest für dritte Klassen (DEMAT 3+)

  • Aktuelle Auflage: 1. Auflage aus dem Jahr 1987
  • Zielgruppe: Kinder der ersten bis dritten Klasse

Dem Test liegen die Lehrpläne der Bundesländer zu Grunde. Es finden sich folgende Aufgabentypen: Zahlenstrahl, Addition, Subtraktion, Mulitplikation, Sachrechnung, Längen umrechnen, Spiegelzeichnungen, Formen legen und Längen schätzen. Es stehen weitere Tests der DEMAT-Reihe für die Klassenstufen, 1, 2 und 4 zur Verfügung.

2.4. DEMAT 5+ (Deutscher Mathematiktest für fünfte Klassen)

  • Aktuelle Auflage: 1. Auflage aus dem Jahr 2013
  • Zielgruppe: Kinder in den letzten sechs Wochen der fünften Klasse bis zum Ende des ersten Halbjahres der sechsten Klasse.

Der DEMAT 5+ prüft die mathematischen Kompetenzen, die von Schülern der fünften und sechsten Klasse erwartet werden. Er basiert auf den Lehrplänen der Bundesländer und besteht aus drei Subtests, nämlich Arithmetik, Geometrie und Sachrechnen (Textaufgaben). Neben den Gesamtnormen finden sich auch getrennte Normen für die Mittelschule, Realschule und das Gymnasium. Die Testergebnisse können in T-Werte und Prozentränge angegeben werden.

2. 5 Eggenberger Rechentest (ERT 1+)

  • Aktuelle Auflage: 1. Auflage aus dem Jahr 2007
  • Zielgruppe: Kinder der ersten Klasse bis Mitte der zweiten Klasse.

Rechentest, der mit Hilfe von 16 Skalen Aussagen über die Grundfähigkeiten der Mathematik, Ordnungsstrukturen, algebraische Strukturen und angewandt Mathematik trifft. Differenziert sehr gut im unteren Leistungsbereich, von daher auch gut für die Dyskalkuliediagnostik geeignet.

2. 3 Schweizer Rechentest (S-R 1-3)

  • Aktuelle Auflage: 1. Auflage aus dem Jahr 1987.
  • Zielgruppe: Kinder der ersten bis dritten Klasse

Mittlerweile etwas alt ist der Schweizer Rechentest von Lobeck und Frei.  Er führte in der Regel zu schlechteren Ergebnissen als vergleichbare Verfahren.

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