Münchner Rechentraining

1. Kurzbeschreibung

Das Münchner Rechentraining ist ein Trainingsprogramm, das in der Dyskalkulietherapie eingesetzt werden kann und mit den Kindern das Kopfrechnen im Bereich der Addition und Subtraktion schrittweise einübt. Das Trainingsprogramm ist aufgeteilt in sogenannte Vorübungen und die Rechenblätter.

2. Vorübungen

Im Rahmen der Vorübungen werden die notwendigen Voraussetzungen für die einzelnen Teilschritte isoliert eingeübt. Dazu gehören u.a.:

  • Die Stärkung des Mengenbegriffs. Hier sollen die Kinder lernen, was eine spezifische Zahl, z.B. die Sechs bedeutet, bzw. welche Menge die Zahl präsentiert. Dies wird durch eine visuelle Übung trainiert, bei der die Kinder Zahlen bestimmten Mengen zuordnen müssen. Die einzelnen Aufgaben sind dabei sinnvoll gestuft.
  • Zählübungen: Im Rahmen der Zählübungen wird die Orientierung im Zahlenraum bis 100 trainiert.
  • Zahlen aufteilen. Die Kinder bekommen bei dieser Vorübung die Aufgabe sich sämtliche Möglichkeiten der Aufteilung einer Zahl in Teilmengen zu erarbeiten, die im Anschluss auswendig gelernt werden. Dieses Wissen wird insbesondere dann benötigt, wenn über den Zehner gerechnet werden muss.

3. Rechenblätter

Im zweiten Teil des Dyskalkulietrainingsprogramms werden die einzelnen Rechenblätter nacheinander bearbeitet. Jedes Rechenblatt widmet sich einem Thema, z.B. Additionsaufgaben im Zehnerraum oder Subtraktionsaufgaben mit Zehnerübergang.
Jedes Rechenblatt beinhaltet 8 Rechenblöcke, die jeweils einzelne Unterthemen beinhalten.

Zuerst werden die einzelnen Aufgaben eines Rechenblocks erarbeitet, die im Anschluss häufig noch automatisiert werden sollen. Aufgrund des Vorwissens durch die Vorübungen gelingt es den Kindern, die einzelnen Aufgaben auch inhaltlich zu verstehen. Ein entscheidender Schritt ist jedoch das Auswendiglernen der Aufgaben mit den Ergebnissen (Stichwort: Automatisierung des Zahlenraums bis 10).
Ein Kennzeichens des Münchner Rechentrainings ist, dass sich die ersten sechs Rechenblätter ausschließlich mit Additionsaufgaben beschäftigen und erst im Anschluss Subtraktionsaufgaben eingeführt werden. In der Regel stellen Subtraktionsaufgaben (aufgrund des bis zu diesem Zeitpunkt aufgebauten Wissens) keine besonderen Schwierigkeiten mehr dar.

4. Zielgruppe

Es kann eingesetzt werden bei Kindern mit Dyskalkulie ab Anfang der dritten Klasse. Für Kinder der zweiten Klasse sind ein Großteil der Themen deutlich zu anspruchsvoll. Hier muss inhaltlich entsprechend gekürzt werden. Weiterhin darf bei den Kindern keine Intelligenzminderung vorliegen. In der Regel zeigen sich bei adäquater Durchführung der therapeutischen Hausaufgaben gute Fortschritte im Kopfrechnen schon nach wenigen Wochen.

Weitere Informationen
Beschreibung, Abbildungen und die ersten 15 Seiten zum kostenlosen Download.
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