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Rezension: Sprachstörungen im Kindesalter von Prof. Wolfgang WendlandtMittlerweile in der sechsten, aktualisierten Auflage erhältlich ist das Buch “Sprachstörungen im Kindesalter” von Prof. Wolfgang Wendlandt, das in der Reihe “Forum Logopädie” im Thieme Verlag erschienen ist. Wendlandt ist Psychologe, arbeitet in seiner eigenen psychotherapeutischen Praxis und ist anerkannter Fachmann im Bereich Stottern. Weiterhin war er jahrelang als Hochschullehrer für den Bereich Sprache und Kommunikation tätig. In Rahmen der Lerntherapie trifft man bei der Durchführung der Anamnese häufig neben ergotherapeutische Maßnahmen auf Sprachverzögerungen und logopädischen Behandlungen. Informationen sind also notwendig, um die Vordiagnosen richtig einordnen zu können. Hier könnte das Buch Sprachstörungen im Kindesalter ansetzen, denn es richtet sich neben Logopäden, Sprachtherapeuten und Sprachheilpädagogen auch an Psychologen, Erzieher , Lehrer und betroffene Eltern. Selbstgestecktes Ziel des Autors ist es Fachwissen zur kindlichen Sprachentwicklung gut strukturiert und anschaulich zu vermitteln. Das 199 Seiten starke Buch von Wendlandt ist in zwei große Bereiche unterteilt, nämlich in die Darstellung des ungestörten Spracherwerbs und der Sprachstörungen sowie einer Übungssammlung für die Gruppenarbeit. Im ersten Kapitel wird ausführlich der “Sprachbaum” erläutert, der die Sprachentwicklung und deren notwendigen Vorläuferfertigkeiten anschaulich beschreibt. Dieser Sprachbaum liegt auch als Poster dem Buch bei. Es folgen in weiteren Kapiteln die ausführliche Darstellung des Spracherwerbs von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr. Auf 26 Seiten, aufgeteilt auf fünf Kapiteln, wird im Anschluss ein Überblick über die Störungen des Sprechens und der Sprache, Stimmstörungen sowie Schluckstörungen gegeben. Es folgen weitere knapp 40 Seiten zur Sprachförderung, die sich in erster Linie an Eltern richten. Recht interessant sind die beiden Kapitel zu den Sprachauffälligkeiten bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern. Wiederum am ehesten an die Eltern richten sich die Informationen, wann eine Beratungsstelle aufgesucht werden sollte, was in einer sprachdiagnostischen Untersuchung passiert und wie sprachtherapeutische Maßnahmen finanziert werden. Die 15 Übungen, die im zweiten Teil des Buches beschrieben werden, sind sehr gut aufbereitet und können von daher leicht durchgeführt werden. Es handelt sich jedoch nicht für Förderübungen, die im häuslichen Bereich durchgeführt werden können, sondern um Übungen die am ehesten für Professionelle in entsprechenden Fortbildungen bzw. Ausbildungen geeignet sind. Hier wird beispielsweise über den eigenen Spracherwerb reflektiert, die Wahrnehmung an der eigenen Sprachproduktion geschärft oder im Rahmen einer Stotterübung nachvollzogen, wie sich eine Person, die stottert, fühlt. “Sprachstörungen im Kindesalter” bietet Inhalte für die verschiedensten Zielgruppen, die Übungen im zweiten Teil des Buches sind sicherlich für Dozenten von Fortbildungen von Sprachstörungen sehr relevant. Die ersten Kapitel zum Spracherwerb stellen einen gut lesbaren Einstieg für Studenten dar. Die Darstellungen über die Sprachstörungen sind recht kompakt und eignen sich für einen ersten Überblick für Fachfremde. Wer weitere Informationen z.B. zum Störungsverlauf und der entsprechenden Therapie wünscht, muss sich jedoch um spezifischere Fachliteratur bemühen. Zahlreiche Kapitel wurden für Eltern verfasst, die sich der Autor im Text auch oft persönlich richtet. Das Buch von Wolfgang Wendlandt bietet einen guten Überblick über die Sprachstörungen des Kindesalters und kann insbesondere Eltern empfohlen werden, die sich über Sprachstörungen im Allgemeinen informieren wollen. Preis und Verfügbarkeit bei Amazon Quelle: (02.11.2011 RM)
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