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Zweiter Band der Buchreihe zum Thema LRS von Häfele und Häfele erschienenSeit einigen Wochen ist von den beiden Diplompsychologen Hartmut Häfele und Hemma Häfele Band 2 ihrer Buchreihe “Bessere Schulerfolge für legasthene und lernschwache Kinder” erhältlich. Der Titel des aktuellen Bandes lautet “Praktische Maßnahmen für zu Hause, für den Unterricht und die außerschulische Förderung”. Auf insgesamt 324 Seiten erläutern Häfele und Häfele grundlegende Therapiestrategien der Lese- und Rechtschreibtherapie, stellen gängige Programme vor und vermitteln Ansätze und Übungen, die sie in ihrer praktischen Arbeit als sinnvoll erlebt haben. Kennzeichnend für das Buch ist der linguistische (sprachwissenschaftliche) Blickwinkel, den die Autoren oftmals einnehmen und therapeutische Vorgehensweisen nach daraus resultierenden Kriterien bewerten. Weiterhin werden zahlreiche Übungen vorgestellt, nach denen die Autoren arbeiten. Dabei trifft man wiederholt auf ein silbenorientiertes Vorgehen. Entsprechende Förderprogramme der Autoren sind in Vorbereitung und sollen als Band 3 und 4 dieser Reihe in den nächsten zwei Jahren veröffentlicht werden. Das erste Kapitel beginnt mit einer “Anleitung für Eilige”, die eine Kurzzusammenfassung des Buches auf 20 Seiten darstellt. Im Folgekapitel wird die Hypothese erörtert, dass intensives Training Defizite in der neurologischen Struktur, wie sie bei Kindern mit LRS vorkommen, ausgleichen kann, indem es durch die Therapie zu neuen Verknüpfungen von Neuronen im Cortex kommt. Im Anschluss setzen sich die Autoren kritisch mit den (alternativen) Therapiemethoden Edu-Kinesiologie, SI-Therapie und Tomatis-Therapie auseinander. Gut zu lesen. Der nächste Abschnitt des Buches ist mit Vorbeugemaßnahmen überschrieben und beschäftigt sich ausführlich mit der phonologischen Bewusstheit. Hier werden einzelne Übungen vorgestellt, die von Eltern zu Hause mit ihren Kindern durchgeführt werden können. Weiterhin wird das Würzburger Trainingsprogramm näher beschrieben. Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit Themen wie “Lernen mit allen Sinnen” und dem Legasthenierlass. In den folgenden Kapiteln rückt mehr und mehr die Therapie in den Vordergrund. Häfele und Häfele beschreiben, wie ein Kind mit LRS in der Schule gefördert werden kann und stellen auch die Grundprinzipien der LRS-Therapie vor. Das Kapitel 11 beinhaltet knapp 160 Seiten und beschäftigt sich mit der Therapie des Lesens und Schreibens im engeren Sinne. Hier finden sich u.a. zahlreiche Übungsmöglichkeiten zum Training auditiver Fertigkeiten, der phonologischen Bewusstheit, des sprachlichen Langzeitgedächtnisses und zum Fremdsprachenlernen bei LRS. Ein Unterkapitel widmet sich auf 40 Seiten alleine dem Lesetraining. Dabei weisen die Autoren auch dem Leseverständnis in der Therapie einen wichtigen Platz zu und zeigen auf, wie dieses gefördert werden kann. Die Therapie des Lesens wird detailliert dargestellt. Dabei gehen Häfele und Häfele z.B. auf die Automatisierung von Buchstaben-Laut-Zuordnungen und in einem weiteren Schritt auf das schnelle Erkennen von Silben und Wortstämmen ein. Es folgen zahlreiche Hinweise und Beschreibungen von Übungen zur Verbesserung des Lesens. Das Unterkapitel Förderung der Rechtschreibung nennt einige der am weit verbreitetsten Trainingsprogramme der Legasthenie, bietet eine Auswahl an guten Übungsprogrammen für den PC und beschreibt recht genau das silbenorientierte Vorgehen in der LRS-Therapie, mit zahlreichen Hinweisen aus der Sprachwissenschaft, die auch für den erfahrenen Therapeuten relevant sind. Weiterhin finden sich detaillierte Beschreibungen des allgemeinen therapeutischen Vorgehens, die Vorstellung regelorientierte Therapiestrategien und der morphemorientierte Ansatz. Zwei detaillierte und gelungene Unterkapitel. Leider hinkt die Gliederung des Buches dem vermittelten Inhalt etwas hinterher. So gewinnt der Leser (jedenfalls der Rezensent) gelegentlich den Eindruck, Inhalte z.B. zur Therapie der phonologischen Bewusstheit an verschiedenen Stellen im Buch zu finden, die man eventuell auch hätte bündeln können. Insgesamt zeugt Band 2 von großer therapeutischer Erfahrung der Autoren und einem sehr guten Überblick über Therapieansätze, Therapiematerialen und Forschungsergebnisse. Und gerade diese Mischung macht den Reiz dieses Buches aus. Es bietet Anworten auf die wichtigsten Fragen (und darüber hinaus), die sich Therapeuten stellen und auch sehr erfahrene Fachkräfte werden zahlreiche neue Anregungen finden, z.B. aufgrund der oftmals verwendenten linguistischen Sichtweise auf die Therapie und vieler weiterer Details. Der zweite Band von Häfele und Häfele mit dem Titel “Praktische Maßnahmen für zu Hause, für den Unterricht und zur außerschulischen Förderung” ist eine sehr gelungene, praxisrelevante und umfassende Veröffentlichung zur Therapie der Legasthenie. Preis und Verfügbarkeit bei Amazon Hemma
Häfele & Hartmut Häfele (2010). Bessere Schulerfolge
für legasthene und lernschwache Kinder. Band 2: Praktische
Maßnahmen für zu Hause, für den Unterricht und zur außerschulischen
Förderung. Norderstedt: Books on Demand. (08.06.2010 RM)
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