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Rezension: Psychotherapie mit Kindern und JugendlichenMichael Behr, Dagmar Hölldampf und Dorothea Hüsson sind die Herausgeber des Buches "Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen", das im Hogrefe Verlag erschienen ist. Das 368 Seiten starke Buch widmet sich aktuellen Konzepten der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen, die die therapeutische Beziehung in den Mittelpunkt stellen. Das Buch beschäftigt sich dabei mit Konzepten zur konkreten Beziehungsgestaltung, geht auf verschiedene therapeutische Settings, wie die Gruppentherapie ein und stellt Behandlungskonzepte für spezielle Klientengruppen wie Kinder psychisch kranker Eltern oder gewalttätige Jugendliche zur Verfügung. Insgesamt ist das Buch in sechs Bereiche unterteilt, die mit "Beziehungsangebot und Therapeutenperson", "Gruppenarbeit", "Medien und Sprache", "Jugendliche", "Störungs- und problemgruppenspezifisches Arbeiten" und "Kontexte" überschrieben sind. Im ersten Teil des Buches "Beziehungsangebot und Therapeutenperson" wird die interaktionelle Therapeut-Klient-Beziehung in der Spieltherapie dargestellt, in einem weiteren Kapitel die Authentzität des Therapeuten als ein entscheidender Faktor in der Psychotherapie und die Filialtherapie eingehend beschrieben. Bei der Filialtherapie wird ausführlich auf die Konzepte und Ergebnisse einer Mutter-Kind-Kur eingegangen. Der zweite Teil des Buches widmet sich dem schwierigen Bereich der Gruppentherapie, der besondere Anforderungen an den Therapeuten stellt. In einem der beiden Unterkapitel wird zuerst auf Gruppentherapien im Allgemeinen eingegangen, dann die konkreten (therapeutischen) Vorgehensweisen dargestellt und schließlich die Evaluation einiger Gruppentherapien zusammengefasst. Insgesamt sehr lesenswert. "Medien und Sprache" ist der Titel des dritten Teils. Heidrun Rust ist die Autorin eines Kapitels über personenzentrierte Entwicklungsgespräche mit lern- und geistig behinderten jungen Menschen. Ihr ist ein außerordentlich praxisnahes Kapitel gelungen, das zahlreiche wertvolle Hinweise für (junge) Therapeuten enthält. Sehr gut. Im vierten Bereich des Buches (Thema Jugendliche) findet sich ein gelungenes Kapitel zur Klient-Therapeut Beziehung von Sabine Weinberger. Sie diskutiert ausführlich das Thema Echtheit und stellt auch verschiedene kreative Methoden in der Arbeit mit Jugendlichen vor. Im Folgekapitel beschreibt Fröhlich-Gildhoff ein Interventionskonzept für gewalttätige Kinder und Jugendliche. Das therapeutische Vorgehen von sexuell missbrauchten Kindern und Jugendlichen ist ein Thema des fünften Bereichs des Buches, der sich mit störungsspezifischem Arbeiten befasst. Dorothea Hüsson stellt sehr detailliert das therapeutische Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mit Missbrauchserfahrung dar. Dabei gibt sie neben allgemeinen Verhaltenshinweisen für den Therapeuten auch recht genaue Interaktionshinweise im Rahmen der Spieltherapie. Ein sehr gelungenes Kapitel. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der personenzentrierten Spieltherapie beim Asperger-Syndrom und der personenzentrierten Psychotherapie bei Kindern mit psychisch kranken Eltern. Am Ende des Buches findet sich noch ein Kapitel zur Wirksamkeitsüberprüfung der Psychotherapie bei Kindern eine recht ausführliche Bibliographie zu den Themen dieses Buches. Den Herausgebern ist ein wichtiges Buch zur Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen gelungen. Hierbei handelt es sich nur am Rande um ein Buch über Störungswissen und störungsspezifischem Vorgehen, sondern das Therapeutenverhalten als solches steht im Mittelpunkt dieses Buches. Ein empfehlenswertes Buch für Psychotherapeuten und Praktiker, die Anregungen für ihr eigenes Therapeutenverhalten suchen. Preis und Verfügbarkeit bei Amazon
Michael Behr, Dagmar Hölldampf & Dorothea Hüsson (2008).
Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Göttingen: Hogrefe Verlag (22.08.2009 RM)
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