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Psychische Folgesymptomatik bei Erwachsenen mit LernstörungenIn einer Studie von Prof. A. M. Wilson von der Mount Allison University in Canada und Mitarbeitern wurde versucht die psychische Begleitsymptomatik bei Erwachsenen mit Lernstörungen zu erheben. Für diese Fragestellung konnte auf die repräsentativen Daten der Canadian Community Health survey zurückgegriffen werden. Hierin fanden sich die Daten von Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren. Wilson et al. definierten subsumieren unter Lernstörungen ADHS, Legasthenie und Dyskalkulie. Alle Daten wurden mit einem Selbstauskunftsbogen erhoben. Auf Basis der Fragebögen wurden bei 670 Personen Lernstörungen diagnostiziert (Gruppe 1) und 14265 Studienteilnehmer wurden als ohne Lernstörung klassifiziert (Gruppe 2). Die Studienteilnehmer der Gruppe 2 fungierten in der Folge als Kontrollgruppe. Folgende Kategorien psychischer Begleitsymptomatik wurden gebildet: Distress im letzten Monat, Depressionen, Angststörungen, Suizidgedanken, Konsultation von professioneller Hilfe im psychischen bzw. psychiatrischen Bereich, und Selbsteinschätzung der eigenen psychischen Gesundheit. Die statistische Auswertung der Daten ergab, dass Personen der Gruppe 1 (Personen mit einer Lernstörung) zwei bis fünf Mal häufiger über die oben dargestellten psychischen Beschwerden berichteten. Vierundzwanzig Prozent (10,2 %) der Männer und Frauen mit einer Lernstörung berichteten von einer Depression, Suizidgedanken gaben 33,4 % (11,7 %) an und Angststörungen fanden sich bei 25,8 % (10,1). In Klammer sind jeweils die Werte der Kontrollgruppe angegeben. Alle berichteten Unterschiede waren statistisch signifikant. Mögliche konfundierende Variablen wurden kontrolliert. Unterschiede bezüglich der Häufigkeit der berichteten Beschwerden zeigten sich auch bezüglich des Alters und Geschlechts. So zeigten Personen mit einer Lernstörung in der Altersgruppe zwischen 30 und 44 häufiger psychische Auffälligkeiten als diejenigen zwischen 15 und 21 Lebensjahr. Ebenso berichteten Männer mit Lernstörungen häufiger von Depressionen, Ängsten und Kontakten zu professionellen Helfern des Gesundheitssystems, wohingegen sich bei Frauen häufiger Suizidgedanken und erhöhte Distresswerte fanden. Wilson und Mitarbeitern ist eine interessante und wichtige Arbeit
über die psychische Begleitsymptomatik bei Erwachsenen mit einer Lernstörung
gelungen. Kritisch ist jedoch die Zuordnung zu den beiden Gruppen einzig und
allein auf Basis der Selbstauskünfte zu sehen, die die Aussagekraft der
Studienergebnisse einschränkt. Quelle:
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