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Rezension: Psychoanalyse und Kindheit von Prof. Jörg WiesseProf. Dr. med. Jörg Wiesse, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ist Herausgeber des 144 Seiten starken Buches ?Psychoanalyse und Kindheit?, das bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen ist. Freud war noch der Meinung, die Psychoanalyse sei für hilfebedürftige Kinder nicht geeignet, da Kinder nicht über ausreichende sprachliche Mittel verfügten, sodass die psychoanalytische Methode erfolgreich angewendet werden könne. Dies hielt jedoch Psychoanalytiker nicht davon ab, sich auch mit Kindern zu beschäftigen und darüber zu publizieren, darunter Anna Freud, Melanie Klein, D.W. Winnicot oder auch Hans Hopf, um einen aktuelleren Namen zu nennen. Einen aktuellen Überblick über die psychoanalytische Therapie bei Kindern bietet nun das Buch von Jörg Wiesse. Jörg Wiesses Einleitung des Buches ist gleichzeitig ein sehr kompakter Abriss wichtiger Therapeuten in der psychoanalytischen Therapie bei Kindern. Im Folgekapitel setzt sich Dieter Bürgin mit der spezifischen Kommunikation zwischen Therapeut und Klient auseinander. Insbesondere die Liste von Bürgin, was ein Kind von einem Analytiker (Therapeuten) erwartet, ist sehr gelungen. Michael Günter fasst sehr gut die psychoanalytischen Theorien zum ADHS zusammen und stellt ausführlich ein diagnostisches Interview mit einem 7-jährigen Jungen im Rahmen einer Fallbeschreibung vor. Insgesamt ein sehr gelungenes Kapitel über die Aufmerksamkeitshyperaktivitätsstörung. Wiesse geht im Kapitel ?Depressive Verstimmungen in der Kindheit? auf depressive Symptome der verschiedenen Altersstufen (Säuglingsalter, Kleinkindalter, mittleres Kindesalter und höheres Kindesalter) ein. Gelungen. Ein sehr gutes Kapitel zum Thema Elternarbeit stammt von Kai von Klitzing. Er beleuchtet die vielfältigen Beziehungsformen und weist auf zahlreiche Stolpersteine für Therapeuten hin. Sehr praxisrelevant. Eine sehr ausführliche Fallbeschreibung stammt von Fernanda Pedrina über ein dreijähriges Mädchen mit einer Regulationsstörung. Auch der Spieltherapie ist ein ausführliches Kapitel gewidmet. Vom Herausgeber findet sich noch ein Kapitel über Autismus und Friedl Früh setzt sich mit der infantilen Sexualität auseinander. Fast alle Kapitel sind sehr lesenswert. Wiesse ist als Herausgeber mit einem auf den ersten Blick recht unscheinbaren Buch ein lesenswerter Überblick über die Psychoanalyse bei Kindern gelungen. Dabei werden wichtige psychische Störungen wie ADHS, Depression, Autismus und Regulationsstörungen im psychoanalytischen Praxisalltag vorgestellt. Natürlich stellt das Buch von Wiesse kein Lehrbuch dar. Dies ist schon aufgrund des beschränkten Umfangs nicht möglich. Doch liefert ?Psychoanalyse und Kindheit? mit zahlreichen Fallbeispielen und grundlegenden Ausführungen zum therapeutischen Handeln eine sehr gute Einführung in die Psychoanalyse von Kindern. Empfehlenswert. Preis und Verfügbarkeit bei Amazon Jörg Wiesse (2008). Psychoanalyse und Kindheit. Göttingen:
Vandenhoeck & Ruprecht.
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