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Gelungene Tagung des Dyslexie Verbandes Schweiz in ZürichAm Samstag, den 31. Mai 2008 fand auf dem Universitätsgelände Zürich-Irchel die jährliche Tagung des Verbandes Dyslexie Schweiz statt. Dabei gelang es den Organisatoren, mit Prof. Valtin, Prof. Schönweiß und Prof. Landerl einige der bekanntesten Wissenschaftler im deutschsprachigen Sprachraum zum Thema LRS zu gewinnen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Veranstalter des Elternverbandes und deren Einladung zur scheinbar dringend notwendigen Mitarbeit im Verband sowie einer kurzen Darstellung der aktuellen Fördersituation in der Schweiz eröffnete Frau Prof. Renate Valtin von der Uni Berlin mit einem lebendigen Vortrag den Kongress. Prof. Valtin äußerte sich dabei kritisch über das medizinische Modell der LRS, über den aktuellen Trend zur vermehrten Förderung der phonologischen Bewusstheit in Kindergärten und teilweise auch über die Arbeit des Lernservers in Münster von Prof. Schönweiß. Als sinnvolles therapeutisches Konzept bewertet Frau Prof. Valtin das ?FIT - Frankfurter Integrative Therapiekonzept? von Naegele und stellte gegen Ende ihres Vortrages noch ihr neues Lernmaterial ?Das schaffe ich? vor, das vor kurzem im Schroedel-Verlag erschienen ist. Im Anschluss berichtete Herr Prof. Friedrich Schönweiß über die vielfältigen Aktivitäten des Lernservers und umriss kurz die Diagnostik, Fehlerauswertung und individuelle Zusammenstellung dieses Therapieansatzes. Einen sehr informationsreichen Vortrag über Lesestörungen hielt die österreichische Wissenschaftlerin Frau Prof. Landerl, Autorin des SLRT, die jetzt an der Uni Tübingen arbeitet. Unter anderem wies Frau Prof. Landerl auf die zentrale Rolle des Lesens in weiterführenden Schulen und in der Berufsausbildung hin. Von daher müsse auch in der Therapie die Verbesserung des Lesens einen großen Schwerpunkt einnehmen. Auch über das Vorhandensein von Lesestörungen ließen sich schon in der ersten Klasse recht stabile Vorhersagen machen, so Landerl. Auch ein tägliches Lesetraining von wenigen Minuten habe mittelfristig gute Ergebnisse gezeigt, wie auch ein Mediatorenansatz, bei dem lesebegeisterte Erwachsene mit leseauffälligen Kindern regelmäßig gemeinsam lasen. In weiteren Veranstaltungen stellte die Dipl.-Psychologin Frau Britta Büchner den aktuellen Stand des Internetprojekts LegaKids.net vor und Prof. Gross referierte über die neue Therapiesoftware zur Verbesserung der Rechtschreibung DYBUSTER. Insgesamt handelte es sich um eine sehr gelungene Veranstaltung des Dyslexie Verbandes Schweiz, wobei für die nächste Tagung im Jahr 2009 überlegt werden sollte, ob für Besucher bei einer Tagungsgebühr von 150 Franken nicht auch der Tagungsband enthalten sein kann. http://www.verband-dyslexie.ch/
(03.06.2008 RM)
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