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Überblicksartikel über genetische Faktoren bei kindlicher DepressionDie Prävalenzrate für depressive Erkrankungen wird im Kindesalter in der Regel mit zwei Prozent angeben und weist mit Angst und dysphorischer Stimmung ein eigenes klinisches Bild auf. Bezüglich der Ätiologie nimmt man bei der Depression ein multifaktorielles Modell an, das neben Umweltfaktoren, psychosozialen Faktoren, Persönlichkeitsfaktoren durch genetische Faktoren bestimmt wird. In einem Überblicksartikel, der kürzlich in der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie erschienen ist, haben Gerd Schulte-Körne und Antje-Kathrin Allgeier von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Uni München den aktuellen Stand der Genetikforschung der Depression bewertet.
Unter anderem verweisen die Autoren auf ein drei- bis fünffach erhöhtes Risiko selbst an einer Depression zu erkranken, wenn Verwandte eine depressive Störung aufweisen. Weiterhin wiesen Kinder mit einem betroffenen Elternteil einen schwereren Krankheitsverlauf und einen früheren Krankheitsbeginn auf, als Kinder, bei deren Eltern keine depressive Störung diagnostiziert wurde. In ihrem Reviewartikel listen Schulte-Körne und Allgeier weiterhin Studien auf, die Hinweise liefern, dass depressive Störungen durch Gene moduliert werden und hier das S-Allel des Serotonintransportergens eine wichtige Rolle spielt. Träger dieses S-Allels erkrankten bei Vorhandensein von Stressoren und traumatischen Erlebnissen häufiger an Depressionen als Personen, die nicht über dieses S-Allel verfügten, jedoch den selben Stressoren ausgesetzt waren. In ihrem gelungenen und gut lesbaren Überblicksartikel haben Schulte-Körne und Allgeier die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema der Genetik depressiver Störungen zusammengefasst und liefern dazu zahlreiche Verweise auf die relevanten Studien der letzten Jahren, die auch in Tabellenform vorliegen.
Quelle:
(03.04.2008 RM)
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