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Rezension: Legasthenie und Dyskalkulie von Schulte-Körne

Insgesamt 34 Beiträge finden sich in dem Buch ?Legasthenie und Dyskalkulie: Aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft, Schule und Gesellschaft? bei dem Gerd Schulte-Körne - Autor des Marburger Rechtschreibtrainings und Professor an der LMU München - als Herausgeber fungiert. In diesem Band haben die Referenten des 15. Kongresses des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie im Jahr 2005 in Berlin, ihre damaligen Vorträge zu Beiträgen umgearbeitet. Verlegt wurde das Buch im Verlag Dr. Dieter Winkler, zu dessen Programm beispielsweise auch das Therapieprogramm von Kossow gehört.

In Legasthenie und Dyskalkulie finden sich auf 435 Seiten einige sehr spezifische Beiträge zur Legasthenie und Dyskalkulie wie auch eher allgemeine Beiträge zu diesen beiden Störungen die für einen sehr großen Teil der Therapeuten von hoher Relevanz sind. Hierzu zählen die Erläuterungen von Reuter-Liehr auf 28 Seiten zu ihrem Konzept der ?Lautgetreuen Rechtschreibförderung? - neben dem Marburger Rechtschreibtraining einer der großen Klassiker der Fördermaterialien und der sehr gelungene Beitrag von Gero Tacke über Wirksamkeit der Trainingsprogramme bei Legasthenie. Suchodoletz setzt sich in seinem Beitrag mit den sogenannten kausalen Therapieansätzen auseinander. Jens Holger Lorenz geht in einem kurzen Beitrag auf die schulische Diagnostik und die Förderung bei Rechenschwäche ein. Andrea Schulz referiert in ihrem Beitrag auf knapp 20 Seiten über Ursachen, Diagnostik und Therapie bei Dyskalkulie.

Neben allgemeinen Beiträgen zur Thematik finden sich auch Antworten auf spezifische Fragestellungen, in die man im Therapiealltag immer wieder stößt. Exemplarisch sei hier auf den Beitrag von Dummer-Smoch verwiesen, die die Diskussion um die Konzepte Legasthenie und allgemeine LRS zusammenfasst. Etwas spezifischere Fragen beantworten auch die Beiträge von Peter May, der den HSP vorstellt oder beispielsweise der gut lesbare Aufsatz von Alfred Schabmann, der über die Ergebnisse der Wiener Längsschnittuntersuchung über den Lese- und Rechtschreibunterricht informiert. Sehr gut, dass auch die sozialrechtlichen und schulrechtlichen Ansprüche bei LRS und Dyskalkulie in diesem Band thematisiert werden. Hierzu finden sich zwei Beiträge von Gabriele Marwege und Johannes Mierau. Weitere Autoren sind Burkart Fischer (Sehtraining), Ulrike Lehmkuhl (Psychotherapie bei LRS) und Noterdaeme (schwere LRS) sowie Dorst (LOLLIPOP) und Dummer-Smoch.

Das Layout ist gelungen und es finden sich zahlreiche Tabellen, Abbildungen, Fotos und Infoboxen. Hervorzuheben sei noch, das es dem Winkler Verlag gelungen ist, diesen Band recht preisgünstig zu publizieren.

In dem Buch Legasthenie und Dyskalkulie finden sich mit Suchodoletz, Clicpera, Reuter-Liehr, Tacke, Krajewski, Lorenz Beiträge der ganz großen Namen der Legasthenie- und Dyskalkulieforschung, die den Band aus dieser Sicht schon lesenswert macht. Insgesamt ein sehr inhaltsreiches Buch zu den Themen Legasthenie und Dyskalkulie, das als Nachschlagewerk über Jahre gute Dienste erbringen wird und aufgrund seiner Vielfalt an praxisnahen und aktuellen Themen eine gute Empfehlung darstellt.

Preis und Verfügbarkeit bei Amazon

Gerd Schulte-Körne (2007). Legasthenie und Dyskalkulie. Bochum: Winkler Verlag
ISBN-13: 978-3899110708

(21.02.2008 RM)

 

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