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Rezension: "Lernprobleme: ADHS? Fallanalysen aus der Lerntherapie" von Margarete LiebrandDie Lerntherapeutin Margarete Liebrand hat im Huber Verlag ein Buch mit dem Titel ?Lernprobleme: ADHS? Fallanalysen aus der Lerntherapie? veröffentlicht. Wie der Titel schon darauf hinweist, handelt es sich auf den 284 Seiten um eine Sammlung von Fallbeschreibungen, die alle mit der Diagnose ADHS zur Autorin kamen. Der Therapieverlauf der Kinder und insbesondere das therapeutische Handeln der Autorin werden beschrieben und analysiert. Das Fragezeichen hinter dem ADHS stellt dabei kein Zufall dar, sondern spiegelt die Überzeugung der Autorin wider, dass Aufmerksamkeitsstörungen nicht als eigenständige Entwicklungsstörung betrachtet werden müssen, sondern dass die diagnostischen Kategorien Legasthenie, Dyskalkulie, oppositionelle Verhaltensprobleme und Wahrnehmungsstörungen ausreichen, um den psychopathologischen Befund hinreichend einzuordnen. Die Fallanalysen bestehen aus den Fallbeschreibungen und den Analysen, die auch durch eine andere Schriftart hervorgerufen sind. Liebrand stellt in den Fallbeschreibungen ihr allgemeines therapeutisches Handeln in der Interaktion mit ihren Klienten sehr genau dar und beantwortet Fragen wie, ?Wie baue ich eine positive therapeutische Beziehung auf??, ?Wie sieht mein Therapieverhalten bei Vermeidungsverhalten des Klienten aus??, ?Wie baue ich Vermeidungsverhalten auf Seiten des Klienten ab??, ?Wie stärke ich das Selbstwertgefühl meiner Klienten?? Die Antworten auf diese Fragen stellen dabei die psychotherapeutischen Inhalte dar, durch die viele Lerntherapien charakterisiert sind. Insbesondere kritische Therapiesituationen werden ehrlich (mit den Befürchtungen des Therapeuten) und sehr genau beschrieben. Jedem, der mit Kindern aus diesem Bereich arbeitet, werden die Situationen bekannt vorkommen. Aus dem Lösungsverhalten, das Liebrand dabei häufig anbietet, wird der Leser profitieren können. In den Analysen geht Liebrand auf Ursachen ein, erörtert Problemkonstellationen und interpretiert das Verhalten ihrer Klienten, diskutiert jedoch auch ihr therapeutisches Vorgehen, wobei sie klar eigene Stellung bezieht. Sehr gut! Im zweiten Teil des Buches schreibt Liebrand allgemein über ihre impliziten Vorannahmen bezüglich Lern- und Aufmerksamkeitsproblemen und behandelt dabei auf knapp 50 Seiten u.a. Zusammenhänge zwischen sozialen Rahmenbedingungen und Lernschwierigkeiten, Lernmotive und Emotionen in Lern- und Entwicklungsprozessen. Eine empfehlenswerte Lektüre, von denen insbesondere weniger erfahrene Therapeuten profitieren und mehr über Lerntherapien erfahren können, aber auch ein lesenswertes Buch für Therapeuten mit mehr Erfahrung, die an reflektiertem therapeutischen Handeln interessiert sind. Preis und Verfügbarkeit bei Amazon Margarete Liebrand (2007).
Lernprobleme: ADHS?. Bern: Hans Huber Verlag.
(14.02.2008 RM)
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