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Logopädische Störungen

Der Begriff Logopädie wurde im Jahr 1924 durch den Phoniater Fröschels eingeführt. Die Logopädie beschäftigt sich mit der Prävention und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen.

Im frühkindlichen Bereich finden sich häufig hörbedingte Sprachstörungen und angeborene sprachliche Startschwierigkeiten. Diese werden im Vorschulalter in ihrer Prävalenz von den Sprachentwicklungsverzögerungen abgelöst. Die häufigsten Störungen sind Dysgrammatismus, Dyslalie, Stottern und Poltern.

 

Dysgrammatismus

Dysgrammatismus beschreibt die syntaktisch-grammatikalisch fehlerhafte Formulierung einzelner sprachlicher Äußerungen. Dysgrammatismus findet sich in der normalen kindlichen Sprachentwicklung bis zum Beginn des Schulalters, bei anhaltend verzögerter Sprachentwicklung, bei Poltern und auch Stottern.

Dyslalie

Dyslalie ist der Fachbegriff für Stammeln und bezeichnet eine Dysfunktion bei der Artikulation. Man unterscheidet das sensorisch bedingte Stammeln (aufgrund einer akustischen Entwicklungsverzögerung kommt es zur ungenauen Differenzierung von Lauten) vom motorisch bedingten Stammeln, welche auf Störungen der Sprechmotorik zurückzuführen ist. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Kinder weist Stammeln zu Beginn der Sprachentwicklung auf. Dieses entwicklungsbedingte Stammeln sollte bis zum 5. Lebensjahr überwunden sein. Häufig findet man beim Stammeln Sigmatismus, der die fehlende Aussprache bei Zischlauten umschreibt. Beim Tetismus ist die Aussprache aller Konsonanten und Lautgruppen mit Ausnahme des t gestört. Bei der multiplen Dyslalie ist die Aussprache des größten Teils der Konsonanten gestört.

 

Stottern

Stottern ist gekennzeichnet durch oft auftretende Wiederholungen oder Dehnungen von  Lauten, Silben oder Wörtern. Die durchschnittliche Prävalenz beträgt 1 Prozent, die Inzidenz 5 Prozent. Stottern beginnt meist zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr, die höchste Rate liegt um das 4. Lebensjahr. Die Remissionsrate ist sehr hoch.

 

Poltern

Unter Poltern versteht man das unregelmäßige, nicht der Satzstruktur angepasste Sprechen mit Verschlucken von Wörtern, Silben oder Lauten. Silben und Wörter werden dadurch zusammengezogen. Das Sprechtempo ist hastig und die Sprache nur schwer oder gar nicht verständlich.

 

Ausbildung des Logopäden

Die Behandlung einer logopädischen Störung findet fast immer bei einem Logopäden statt, der eine dreijährige spezifische Ausbildung besitzt. Die Behandlung wird durch die Krankenkassen ersetzt.

 

 

Literaturtipps

Weinrich, M. & Zehner, H. (2003). Phonetische und phonologische Störungen bei Kindern.
Berlin: Springer Verlag. ISBN 3540428720
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Brügge, W. & Mohs, K. (2003). Therapie der Sprachentwicklungsverzögerung.
München: Reinhardt. ISBN 3497016640
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