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Im allgemeinen kann man davon ausgehen, dass ca 5 Prozent der Kinder eine Legasthenie aufweisen. Die einzelnen Ergebnisse epidemiologischer Studien variieren jedoch leicht.
Esser (1991) geht bei strengeren Kriterien von einer Prävalenz von 2 bis 4 % von Kindern mit einer Lese-Rechtschreibstörung aus. Warnke und Schulte-Körne (2008) gehen von einer Häufigkeit von bis zu 5 % aus. Zum Teil werden aber auch etwas höhere Prävalenzdaten angegeben. Warnke (2005) gibt auf Basis epidemiologischer Studien Prävalenzwerten von 4 bis 7 % an. Warnke und Niebergall (1997) weisen darauf hin, das bei ca. 1 % der Gesamtbevölkerung eine besonders schwere legasthene Symptomatik vorliegt
Esser (1991) und Esser und Schmidt (1994) setzten als Kriterien fest, das die gestörte Rechtschreibleistung mindestens 1 ½ Standardabweichungen unter dem Mittelwert der Altersgruppe liegen sollte und die Denkfähigkeit - die durch einen Intelligenztest erhoben wird - mindestens 1 ½ Standardabweichungen über der gestörten Teilleistung liegen sollte. Auf Basis dieser Kriterien finden sie insgesamt 5,6 % Kinder, die die Kriterien für die Lese- und Rechtschreibstörung und isolierte Rechtschreibstörung erfüllen.
Nach Warnke (2005) sind in Kinder- und Jugendpsychiatrischen Einrichtungen sind 8 - 12 % von Legasthenie betroffen.
Bei Prävalenzstudien spielen natürlich die Kriterien für die Diagnose einer Legasthenie eine entscheidende Rolle. Wird das sehr strenge Entscheidungskriterium von 2 Standardabweichungen auf 1,5 Standabweichungen reduziert (wie es in den USA üblich ist), erhöht sich auch der Anteil der Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung.
Jungen sind von der Legasthenie häufiger betroffen. Bei der Lese-Rechtschreibstörung gibt es einen Geschlechtsunterschied zu ungunsten der Jungen, der zwischen 3 zu 1 und 3 zu 2 beträgt.
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