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Newsletter 8/2004 www.legasthenietherapie-info.de

Inhalt:

1. Symposium in Hagen über ADHS
2. Überblicksartikel über Methylphenidat
3. Fragebogen zur Erfassung verschiedener Emotionsregulationsstrategien erschienen
4. Arbeitsblätter für die Dyskalkulietherapie
5. Dr. von Aster ist neues Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des BLV
6. Untersuchung zur Stressbewältigung bei Erwachsenen mit ADHS

 

1. Symposium in Hagen über ADHS
Am Samstag, den 17.09.2005, findet in Hagen ein ADHS-Symposium mit dem Titel "Ressourcenorientiert Leben mit AD(H)S" statt, das von der BV-AH Regionalgruppe Hagen organisiert wird. Als Referenten dieser eintägigen Veranstaltung konnten Cordula Neuhaus ("Jugendliche, Pubertät und junge Erwachsene mit AD(H)S") , Dr. med. Martin Winkler ("Ressourcen erkennen - Ressourcen nutzen") gewonnen werden. Weitere Vorträge werden von Hans Biegert und Dagmar Dietz gehalten werden. Die Tagesgebühren belaufen sich auf 25 Euro. Der Anmeldeschluss ist am 01.09.2005. Die Veranstaltung beginnt um 9.00 Uhr und findet im SIHK-Hagen in der Körnerstraße 41 statt.

 

2. Überblicksartikel über Methylphenidat
Unter den derzeit verfügbaren Wirkstoffen zur Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bleibt Methylphenidat nach der Hamburger Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Kirsten Stollhoff das Mittel der Wahl. Methylphenidat habe sich in 60 Jahren der Anwendung bei der Behandlung dieser neuro-biologischen Funktionsstörung bewährt. Darüber hinaus hätten in den vergangenen Jahren entwickelte langwirksame Präparate die ADHS-Behandlung zusätzlich verbessert. Sie würden die Therapieoptionen erweitern und die Qualität der Versorgung steigern, erklärt Stollhoff. Ist eine ADHS mit psychoedukativen Maßnahmen allein nicht ausreichend behandelt, empfehlen nationale wie internationale Richtlinien eine Pharmakotherapie. In ihrem Fachbeitrag "Wandel in der medikamentösen Therapie" verweist Stollhoff auf die jahrzehntelangen und guten Anwendungserfahrungen bei der Behandlung der ADHS mit Methylphenidat. Behauptungen, die Einnahme dieses Wirkstoffes könne Langzeitschäden wie Wachstumsstörungen oder Morbus Parkinson verursachen, konnten dabei nicht nachgewiesen werden. Ebenso wenig lasse sich eine erhöhte Suchtgefahr ableiten, erklärt Stollhoff. Vielmehr hätten neuere Studien stets gezeigt, dass eine Behandlung mit Methylphenidat zu einer Reduktion des Risikos eines späteren Alkohol- oder Drogenmissbrauchs führt. "Nach 60 Jahren klinischer Anwendung wären Langzeitschäden längst bekannt", schlussfolgert die Hamburger Expertin. Grundsätzlich plädiert Stollhoff für einen multimodalen Ansatz bei der Therapie der ADHS. Dieser habe sich in der Praxis bewährt. In der US-amerikanischen MTA-Studie (Multimodal Treatment Study) von 1999 zeigte sich diese Kombination aus Verhaltenstherapie und medikamentöser Therapie mit Methylphenidat anderen Therapieansätzen überlegen. Zudem habe sich die Qualität der medikamentösen Therapie durch die in den vergangenen Jahren entwickelten Retardpräparate weiter gesteigert, erklärt Stollhoff. Damit stünden nun ADHS-Medikamente zur Verfügung, deren Wirkung bis zu zwölf Stunden anhalte und somit praktisch eine Ganztagestherapie erlaubten Der Artikel von Frau Dr. Stollhoff ist im Internet unter www.paediatrie-hautnah.de/aktuell zu lesen. Dort findet sich auch ein Artikel von Klaus Skrodzki über den unaufmerksamen Subtyp.

 

3. Fragebogen zur Erfassung verschiedener Emotionsregulationsstrategien erschienen

Von Grob und Smolenski ist der "Fragebogen der Emotionsregulation bei Kindern und Jugendlichen" (FEEL-KJ) erschienen, der angemessene und unangemessene Emotionsregulationsstrategien erfasst. Mithilfe des Fragebogens können Hinweise auf psychopathologische Auffälligkeiten gewonnen werden. Folgende adaptive Strategien werden erhoben: problemorientiertes Handeln, Zerstreuung, Stimmung anheben, Akzeptieren, Vergessen, Umbewerten, Kognitives Problemlösen. Als maladaptive Strategien werden Aufgeben, Aggression, Rückzug und Selbstabwertung erfasst. Die Bearbeitungsdauer liegt zwischen 10 und 30 Minuten. Die Autoren stellen zur Auswertung T-Wert und Prozentrangskalen zur Verfügung, die auf den Werten von 1446 Kindern basieren. Weitere Infos unter
http://www.testzentrale.de

 

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4. Arbeitsblätter für die Dyskalkulietherapie

Die Arbeitsblätter für die Dyskalkulietherapie stellen ein kleines Therapieprogramm für Kinder mit Dyskalkulie dar, die im Bereich der Addition und Subtraktion Verbesserungen erzielen sollen. Auch bei älteren Kindern sind Probleme beim Kopfrechnen häufig auf Unsicherheiten im Zahlenraum 20 und uneffektive Rechenstrategien zurückzuführen, sodass auch diese Klienten von diesem Training profitieren können. Mithilfe von vorbereitenden Übungen, Aufgabenblättern und Übungsblättern wird dem Therapeuten eine in der Praxis bewährte Vorgehensweise an die Hand gegeben, mit der gute Fortschritte erzielt werden können. Bewährt hat sich dabei das schrittweise Vorgehen, die intensive Bearbeitung der Vorübungen, das wiederholte Einüben der Rechenstrategien und der langsam ansteigende Schweregrad der Übungsblätter. Die Arbeitsblätter für die Dyskalkulietherapie können kostenlos im Bereich Download heruntergeladen werden. Beachten Sie bitte das Copyright.
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5. Dr. von Aster ist neues Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des BLV

In der aktuellen Ausgabe der "Zeitschrift für Legasthenie und Dyskalkulie" vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. wird bekanntgegeben, dass Dr.med von Aster als neues Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat aufgenommen wurde. Dr. med. von Aster beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Störungsbild der Dyskalkulie. Er entwickelte den ZAREKI, einer der wenigen diagnostischen Tests bei Rechenstörungen und forschte im Bereich der Kategorisierung von Subtypen.

 

6. Untersuchung zur Stressbewältigung bei Erwachsenen mit ADHS

Am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen wird jetzt eine Studie zu ADHS im Erwachsenenalter durchgeführt. Die Untersuchung geht dabei der Frage nach, wie Erwachsene mit ADHS auf Stress reagieren und welche Möglichkeiten der Stressbewältigung bestehen. Die Forscher wollen insbesondere herausfinden, ob sich der Aufenthalt in der Natur positiv auswirkt. Für ihre wissenschaftliche Studie sucht die Dipl.-Psych. Halina Lackschewitz daher erwachsene Betroffene, die eine ADHS-Diagnose erhalten haben, oder Personen, die selbst vermuten, dass sie unter einer solchen Störung leiden.
Nach Angaben von Lackschewitz spielt die Umgebung bei der Stressbewältigung eine entscheidende Rolle. 'Aktuelle Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass Kinder mit ADHS positiv auf ein natürliches Umfeld reagieren. Die ADHS-Symptome waren nach Aufenthalten in der Natur deutlich geringer ausgeprägt als nach Aktivitäten in der Stadt. Zugleich haben verschiedene Studien mit gesunden Erwachsenen ergeben, dass der Kontakt mit der Natur Stress mildert und die Aufmerksamkeit verbessert.' Die Göttinger Studie soll nun Aufschluss darüber geben, inwieweit Naturkontakte die Stressbelastung von ADHS-Erwachsenen im Alltag verringern können und ob diese sich auch positiv auf den Umgang mit dieser Störung und ihren Symptomen auswirken. Den Teilnehmern der Studie wird dabei eine mehrstufige, wissenschaftlich fundierte Diagnostik angeboten, außerdem erhalten sie Informationen zu ADHS und zu Möglichkeiten der Stressbewältigung. Interessenten können unter der Telefonnummer (0551) 39-3567 (montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr) oder unter der E-Mail-Adresse hlacksc@uni-goettingen.de Kontakt aufnehmen und sich näher informieren.

 

 

 


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