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Im ICD-10 wird Dyskalkulie als Rechenstörung beschrieben und mit der Ziffer F81.2 kodiert. Dyskalkulie ist nicht durch eine generelle Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Unter Akalkulie versteht man eine durch Traumata erworbene Rechenschwäche. Allgemein wird eine Prävalenz von 6 Prozent angenommen. Lorenz und Radatz (1993) gehen von ca. 15 Prozent der Schüler aus, die förderungsbedürftig sind.
Die Schwierigkeiten im Rechnen bestehen
bei den allermeisten Kindern von Anfang an. In der Regel sind
Schwierigkeiten beim Kopfrechnen zu diagnostizieren, die auf
fehlerhafte Zerlegungsstrategien im Zahlenraum 10 sowie falschen
Rechenstrategien zurückzuführen sind. Kennzeichnend für Kinder
mit mangelnden Kopfrechenfähigkeiten ist, dass diese beim Rechnen
von Plus- und Minusaufgaben die Finger benutzen. Weiterhin zeigen
sich häufig Probleme von weiteren Teilfunktionen:
beim Lösen
von Textaufgaben, Verständnis bezüglich des Stellenwertsystems,
beim Mengenbegriff, beim Umrechnen von Maßen, Aufgaben des Einmaleins
und der Division.
Unter der Anwendung des doppelten Diskrepanzkriteriums (Rechenleistung 1 1/2 Standardabweichungen unter der Klassennorm und Intelligenzleistung 1 1/2 Standardabweichungen besser als die Rechenleistung) findet Esser et al. (2007) eine Häufigkeit von Dyskalkulie von 1,8 Prozent. Die meisten Studien geben jedoch Prävalenzraten von 4 bis 6 Prozent an.
Von Aster unterscheidet drei Subtypen bei Dyskalkulie:
Auch Geary (1993) postuliert drei Suptypen:
Blanz, Remschmidt, Schmidt und Warnke (2006) unterscheiden allgemein zwischen zwei Subtypen:
Blanz et al. (2006) weisen darauf hin, dass man beim Subtyp RS in klinischen Gruppen bei ca. 40 Prozent der Kinder auch eine Aufmerksamkeitsstörung gefunden hat.
Auf der Suche nach ätiologischen Faktoren für die Dyskalkulie konzentrierten sich insbesondere Sonderpädagogen auf Korrelate, die eine vermutliche Relevanz für spätere schulische Leistungen aufweisen.
Johnson und Myklebust (1971) sehen dementsprechend
die wiederum durch
determiniert sind, als ätiologische Bedingungen für die Dyskalkulie an.
Therapie: Entsprechend wird ein therapeutischer Erfolg (Verbesserung der Rechenleistung) durch eine heilpädagogische Übungsbehandlungen erwartet, die psychomotorische Übungsbehandlungen und Programme zur Förderung der taktilen Wahrnehmung beinhalten.
Die Fehleranalyse brachte folgende Schwierigkeiten bei Kindern mit Dyskalkulie zu Tage (nach Lorenz 2003):
Therapie: Didaktische Maßnahmen, die sich an der individuellen Fehlerstrategie des Kindes orientieren.
Die Neurologie entdeckte folgende Störungen kognitiver Funktionen (nach Lorenz 2003), die für eine Dyskalkulie als relevant angesehen werden.
| Gestörte kognitve Faktoren |
daraus resultierende Schwächen, die als Vorläufer für mathematische Leistungen angesehen werden. |
| Frühkindliche Störungen im taktil-kinästhetischen Bereich |
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| Auditive Störungen |
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| Störungen im visuellen Bereich |
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Therapie: Förderprogramme, die die zugrundeliegenden Störungen verringern. Damit einhergehend wird eine entsprechende Verbesserung der mathematischen Leistungen erwartet.
Während der Grundschulzeit fallen in erster Linie Probleme beim Kopfrechnen und große Probleme beim Lösen von Textaufgaben auf. Während der Vorschule zeigen sich nach Esser (2008) Raumorientierungsschwächen, Probleme beim Erkennen von Richtungen und Schwierigkeiten bei der Erfassung von Mengen und Größen.
In der Regel wird - neben der Durchführung einer ausführlichen Anamnese - ein Rechentest durchgeführt, um die Rechenleistungen zu quantifizieren. Weiterhin wird ein Intelligenztest durchgeführt. Die Differenz der T-Werte zwischen Intelligenztest und Rechentest wird maßgeblich zur Validierung der Dyskalkuliediagnose herangezogen. Petermann & Jacob (2007) weisen darauf hin, das bei der Verdachtsdiagnose Dyskalkulie nicht der CFT als Intelligenztest angwendet werden sollte.
Im Bereich Dyskalkulie (Rechenstörung) ist die Anzahl von Therapiemanualen im Vergleich zum Bereich der Legasthenie noch sehr gering. Vereinzelt wurden Trainingsprogramme entwickelt, die jeweils spezifische Fertigkeiten trainieren (z.B. Einmaleins und Textaufgaben).
Allen Materialien gemein ist, dass diese symptomorientiert arbeiten, d.h. zum Beispiel die Fähigkeit Textaufgaben zu lösen wird an Textaufgaben trainiert, für das Lösen von Plusaufgaben müssen Additionsaufgaben gelöst werden. Der Unterschied der Funktionstherapie der Dyskalkulietherapie zum Förderunterricht liegt ....
Gute Fortschritte lassen sich in der Regel mit folgenden Therapieprogrammen erzielen (eigene Erfahrung): Münchner Rechentraining, Lehrgang Textaufgaben und Training Einmaleins . Ein empfehlenswertes und sehr gut aufbereitetes Therapieprogramm ist der Hamburger Zahlbegriffs- und Rechenaufbau von Claus und Peter (2005), der den Zahlenraum bis 10 behandelt.
Literaturtipps
Im Vergleich zu Legasthenie und ADHS finden sich deutlich weniger Fachbücher, wobei deren Anzahl in den letzten Jahren etwas zugenommen hat. Insbesondere seit Mitte 2007 nimmt die Anzahl der Veröffentlichungen zu. Ein empfehlenswertes Buch haben Lorenz und von Aster herausgegeben, das zahlreiche Hinweise für die therapeutische Praxis enthält. Das Buch Rechenstörungen von Jacobs und Petermann vermittelt insbesondere den aktuellen Stand der Forschung recht gut.
Eine weitere, gut lesbare Veröffentlichung zum Thema Dyskalkulie ist das Buch von Armin Born und Claudia Oehler mit dem Titel "Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern". Hier finden sich zahlreiche Hinweise für die therapeutische Praxis.
Inhaltlich verwandte Texte
Rechentests
- Kurze Beschreibungen verschiedener Rechentests
Genannte Quellen
Blanz, B., Remschmidt,
H., Schmidt, M. & Warnke, A. (2006). Psychische Störungen
im Kindes- und Jugenalter. Stuttgart: Schattauer.
Claus, H. & Peter, J. (2005). Finger, Bilder, Rechnen. Förderung des Zahlenverständnisses im Zahlenraum bis 10. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Esser, G., Wyschkon, A., Schmidt, M.H. (2007). Basisdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen im Grundschulalter (BUEGA). Göttingen: Hogrefe.
Esser, G. (2008). Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen. Stuttgart: Thieme.
Jacobs, C. & Petermann, F. /2007). Rechenstörungen: Leitfaden der Kinder- und Jugendpsychotherapie. Göttingen: Hogrefe-Verlag
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und hier ist der zu löschende Etracker-Code