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Zu den Aufgaben der Diagnostik gehört dass Erfassen und Ordnen der Symptome und deren Bedingungen, um schließlich zu überprüfen, ob die Kriterien einer spezifischen Störung erfüllt sind. Im Rahmen der Therapie sind die Aufgaben der Diagnostik die notwendigen Informationen zu erheben, die für eine erfolgreiche Therapie notwendig sind. In der Verhaltenstherapie wird für eine effektive Therapie meist eine Verhaltensanalyse durchgeführt.
Im Rahmen der Diagnostik werden spezifische Verfahren eingesetzt, beispielsweise Leistungstests, Fragebögen, halbstrukturierte Interviews, Anamnesebögen und die Verhaltensbeobachtung. Hier nun einige Verfahren, die für die Diagnostik verwendet werden können.
Die Problemanalyse
von Lauth und Schlottke dient der Überprüfung auf das Vorhandensein einer
Aufmerksamkeitsstörung und eine Erhebung der Störungsschwerpunkte. Dieses
strukturierte Interview wird im Rahmen der Elternanamnese durchgeführt und
findet sich als Kopiervorlage im Trainingsmanual ?Training mit
aufmerksamkeitsgestörten Kindern? (Lauth & Schlottke, 2002). Im Rahmen
dieses Fragebogens wird das Problemverhalten und seine Bedingungen erhoben und
eine allgemeine Fremdanamnese durchgeführt (Interessen des Kindes,
Erziehungsstil der Eltern, aktuelle psychosoziale Belanstungen in der Familie).
Der Fragebogen kann gut im anamnestischen Erstgespräch mit den Eltern
durchgeführt werden und erhebt alle notwendigen Informationen eines ersten
Anamnesegesprächs.
Es wird jedoch nicht die gesamte Symptomatik des Kindes detailliert erfasst.
Auch das Exploriationsschema für externale Störungen von Döpfner, Schürmann und Frölich kann für das anamnestische Erstgespräch verwendet werden. Es wird der Vostellungsanlass erhoben, die Häufigkeit und Intensitiät von Problemverhaltensweisen des Kindes wird erfasst, und in ihrem Schweregrad bewertet, bisherige Lebensereignisse des Kindes, das Krankheitskonzept der Eltern und aktuelle Belastungen des Kindes erhoben. Das Explorationsschema für externale Störungen ist im ?Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (Thop)? (Döpfner, Schürmann & Frölich (2002) enthalten.
Der KT 3-4 (Heck-Möhling, 1993) erfasst die Konzentrationsleistung unabhängig von den schulischen Fertigkeiten über eine längere Zeitdauer. Der Klient muss Würfeldarstellungen über einen Zeitraum von 20 Minuten miteinander vergleichen. Mittlerweile liegt der KT 3-4 in einer revidierten Form vor. Beim KT 3-4R (Nell, Bretz, und Sniehotta, 2004) wird neben der Bearbeitungsgeschwindigkeit und der Bearbeitungsqualität nun auch ein globales Konzentrationsmaß ermittelt. Weiterhin werden über den Testverlauf vier fünfminütige Intervalle gebildet, wodurch die Intervallleistungen später miteinander verglichen werden können, sodass Aussagen über einen Leistungsabfall getroffen werden können. Die Normierung des Tests wurde an über 3000 Kindern durchgeführt, wodurch die Autoren Altersnormen im halbjährlichen Abstand zwischen 8,6 Jahren und 11,11 Jahren zur Verfügung stellen können.
Bei dem Verfahren handelt es sich um einen Durchstreichtest, bei dem die Kinder leicht zu lösende Aufgaben möglichst schnell und fehlerfrei bearbeiten sollen. Auf jeder Testseite sind vier Musterwürfel angeben. Darunter sind 18 Würfel abgebildet, die nacheinander mit den Musterwürfeln verglichen werden sollen. Entspricht einer der Würfel einem Musterwürfel wird dieser durchgestrichen.
Seit dem Jahr 1962 ist der Test d2 (Brickenkamp, 2002) verfügbar und in der Praxis weit verbreitet. Der Proband hat bei diesem Test die Aufgabe ähnlich visuelle Reize von einander zu unterscheiden. Gegeben sind Buchstabenreihen aus den Buchstaben d, b und p bestehen. Zusätzlich besitzen die Buchstaben bis zu zwei kleine Striche. Der Klient soll den Buchstaben d durchstreiben, der zusätzlich auch noch zwei Striche aufweist.
Der Zeitaufwand für den Test liegt bei 10 Minuten und als Kennwerte werden das Arbeitstempo und die Genauigkeit erfasst. Brickenkamp hat ein Auswertungsmodus entwickelt, bei dem die Klienten einem der folgenden vier Arbeitsstile zugeordnet werden: pedantisch, hochkonzentriert, konzentrationsgestört und Zeichen übersprungen. Im Test d2 selbst wird ein Gesamleistungswert (GZ-F) und ein Konzentrationsleistungswert (KL) bestimmt. Beim Wert GZ-F wird von der Anzahl der richtig bearbeiteten Zeichen, die Fehleranzahl abgezogen. Beim KL-Wert werden die richtig gekennzeichneten ds gezählt und die Verwechslungsfehler abgezogen.
Der Test d2 weist insgesamt eine gute Reliabilität auf. Weiterhin gibt es eine hohe Korrelation Konzentrationstest, die eine längere Testdauer aufweisen. Das heißt, dass das Testergebnis vom Test d2 auch Aussagen über die Dauerkonzentration trifft. Es liegen Normen ab dem neunten Lebenjahr vor.
Der TPK wurde
erstmals von Kurth (1984) in der ehemaligen DDR veröffentlicht. Das Ziel des
Verfahrens ist es, schulnahe Aspekte von Konzentration zu erfassen. Demgemäß
entsprechen die Aufgaben, den Anforderungen, denen die Kinder in der Schule
häufig begegnen: Die Kinder müssen einen Text abschreiben, aus einer
vorgelesenen Geschichte Tiernamen wiedergeben und einfache Additions- und
Subtraktionsaufgaben lösen. Hiermit unterscheidet sich TPK von den anderen
Verfahren, in dem er Aussagen über die Leistungsfähigkeit des Probanden in der
Schule trifft und ist somit ein wertvolles Instrument des diagnostischen
Prozesses. Aufgrund der Iteminhalte ist das Verfahren jedoch für Kinder mit LRS
und Dyskalkulie nicht geeignet. Die reine Durchführungszeit beträgt 25 Minuten.
Gemessen wird die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die Sorgfalt der Leistungen. Der
TPK liegt seit 1999 in der zweiten Auflage vor und stellt Normen für die 2. bis
6. Schulklasse zur Verfügung.
In einer Studie von Büttner und Kurth (1996) konnte gezeigt, dass das
Testergebnis des TPK nicht durch Schulunlust beeinflusst wird.
Literaturtipps
Als aktuelles (kinder- und jugendpsychiatrisches) Grundlagenwerk zum Thema, kann das "Praxishandbuch ADHS" von Kahl, Puls und Schmid empfohlen werden.
Inhaltlich verwandte Texte
Diagnostik
- Text über die Diagnostik bei ADHS
Psychotherapie
- Darstellung der psychotherapeutischen Therapiemanuale
Genannte Quellen
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