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Aggression bei Kindern und Jugendlichen

1. Kurzbeschreibung

Aggressive Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen werden im Rahmen des ICD-10 den Störungen des Sozialverhaltens zugeordnet, die mit F91 kodiert werden. Das Hauptkennzeichen der Störungen des Sozialverhaltens ist ein andauerndes Muster an Dissozialität und Aggressivität. Diese Verhaltensweisen müssen sich von üblichem kindischen und jugendlichen Unfug oder Aufmüpfigkeit deutlich unterscheiden.

Zwischen folgende Störungen wird in dieser Rubrik unterschieden:

  • F91.0 auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens
  • F91.1 Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen Bindungen
  • F91.2 Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen
  • F91.3 Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten

Störungen des Sozialverhaltens trifft man häufig mit schwierigen psychosozialen Umständen an (schwierige familiäre Konstellationen, Schulprobleme, usw.)

Verhaltensweisen, die dieser Rubrik zuzuordnen sind:

Sehr häufige Auseinandersetzungen oder das Tyrannisieren von anderen Kindern, grausames Verhalten gegenüber Menschen oder Tieren, häufige Zerstörung von Gegenständen (fremdes Eigentum), ungewöhnlich häufige Wutausbrüche oder ungewöhnlich starke Wutausbrüche. Weiterhin trifft man auf Stehlen, Schulschwänzen und Weglaufen.

Differenzialdiagnostisch müssen aggressive Verhaltensstörungen von Hyperaktivität unterschieden werden, wobei sich gelegentlich Überschneidungen zeigen.

Wenn man die Kriterien des DSM-IV zugrunde legt, beträgt die Prävalenz ca. 10 Prozent. Jungen zeigen gegenüber Mädchen um den Faktor 2 bis 3 häufiger die oben beschriebenen Symptome.

 

2. Diagnostik

Neben Gesprächen mit dem Klienten und den Angehörigen kann beispielsweise der Erfassungsbogen von Petermann und Petermann eingesetzt werden, um beim Klienten die relevanten Kognitionen für Agression zu erfassen.

 

3. Therapie

  • Durchführung von Trainings, um sozial kompetentes Verhalten zu erlernen (z.B. Trainingsprogramm für aggressive Kinder von Petermann und Petermann).
  • Erlernen eines Entspannungsverfahrens
  • Durchführung von Maßnahmen, um eigene und fremde Absichten besser zu differenzieren.
  • Maßnahmen zur Verbesserung kommunikativer Fertigkeiten, um Anforderungen in Schule oder Ausbildung besser bewältigen zu können und vermehrt Sozialkontakte zu Gleichalterigen aufzubauen.
  • Durchführung eines Problemlösetrainings
  • Verwirklichung von Therapiebausteinen, um Konflikte besser bewältigen zu können.

 

Literaturtipps

Die größte Verbreitung hat das Trainingsprogramm von Petermann und Petermann. Es liegt mittlerweile in der 11. Auflage vor und wurde unter dem Titel "Training mit aggressiven Kindern" publiziert.

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